GT/GTA (1974-1986)

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Die erste Serie des Sportcoupés basierte auf der Technik der Alfetta-Limousine und wurde Anfang 1974 eingeführt. Ihre Karosserie war allerdings gänzlich eigenständig. Sie war von Bertone entworfen worden und folgte der in den frühen 1970er Jahren aktuellen Keilform.
Serienmodelle
Von 1974 bis 1980 wurden die Coupés in den Versionen Alfetta GT (1974–1975), Alfetta GT 1.6 (1976–1980), Alfetta GT 1.8 (1975–1976) sowie in der stärksten Version als Alfetta GTV 2000 (1976–1980) gebaut. Die Leistung der 4-Zylinder-Motoren lag je nach Version zwischen 108 und 131 PS. In sehr geringer Stückzahl gab es auch eine 2-Liter-Turbo-Version mit 150 PS. Von 1975 bis 1978 wurden auch rechtsgelenkte Modelle für Länder mit Linksverkehr montiert.
Im Herbst 1980 erhielt der GTV ein grundlegendes Facelift (Stoßfänger, Spoiler und Seitenverkleidungen aus Kunststoff, neues Armaturenbrett, etc.). Es gab zwei Modelle: den GTV 6 mit dem berühmten 2.5-Liter-V-6-Motor und 158 PS Leistung (1980–1986) und weiterhin den GTV 2000 (1980–1985). Das Präfix „Alfetta“ verschwand dabei aus der Namensbezeichnung.
Der GTV verfügt über eine De-Dion-Hinterachse und ein Antriebskonzept in Transaxle-Bauweise, bei welcher sich der Motor vorne, aber die Kupplung und das Getriebe jedoch verblockt mit dem Differential an der Hinterachse befinden. Eine ähnliche Bauweise wurde unter anderem auch beim Porsche 924, 944, 968 und 928 verwendet und sorgt für eine relativ gleichmäßige Gewichtsverteilung. Die verschiedenen GTV-Typen sind die letzten Sportcoupés mit Heckantrieb, die von Alfa Romeo in Großserie produziert wurden.
Zu seiner Produktionszeit zwischen den Jahren 1974 und 1986 gehörte der GTV in seinem Herkunftsland Italien zum gewohnten Straßenbild und auch in anderen Ländern wurde er ebenfalls gut verkauft. Des Weiteren gab auch von den verschiedenen Typen auch fast immer US-Versionen.
Die zum Teil mangelhafte Verarbeitungsqualität des Fahrzeuges sowie seine starke Anfälligkeit für Korrosion (bis 1983) sorgte jedoch für eine kurze Lebensdauer.
Versionen mit Achtzylindermotoren
Autodelta
Alfa Romeos Motorsportabteilung Autodelta stellte ab 1974 einige für den Rallyesport bestimmte Ausführungen des GT her, die überwiegend seriennah waren. Sie erreichten 1975 Gesamtsiege bei der Rallye Elba und der Rallye Costa Brava.
1975 entstanden bei Autodelta sodann zwei Alfetta GT, die mit einem Achtzylinder-Bootsmotor ausgestattet waren. Das Triebwerk leistete 350 PS. Mit ihm wurde die Alfetta zum direkten Konkurrenten des Lancia Stratos. Autodelta meldete das Fahrzeug für Amilcare Ballestrieri zur Rallye di Piacenza im Herbst 1975. Dort fuhr die Alfetta Bestzeiten, schied aber vorzeitig aus, nachdem das seriennahe Getriebe einen Defekt erlitten hatte. Anfang 1976 folgten einige weitere Einsätze der Achtzylinder-Alfetta mit Jean-Claude Andruet. Dann wurde das Projekt eingestellt, weil Alfa Romeo sich nicht in der Lage sah, die von der FIA geforderte Homologationsserie von 400 Exemplaren zu realisieren.
Das Reiff-Coupé
Nach dem Scheitern des werksseitigen Achtzylinder-Projekts rüstete das Unternehmen Delta Autotechnik in Düren 1977 im Auftrag des Aachener Alfa-Händlers Reiff eine Alfetta GT mit dem Achtzylindermotor des Alfa Romeo Montreal aus. Der Motor leistete 200 PS, die Höchstgeschwindigkeit belief sich auf 230 km/h, und 100 km/h waren nach 7,5 Sekunden erreicht. Reiff stellte das Achtzylinder-Coupé auf der IAA 1977 in Frankfurt öffentlich vor. Der Kaufpreis wurde mit 50.000 DM angegeben, später wurde er auf 40.000 DM reduziert. Reiff plante eine Serie von 100 Exemplaren. Sie kam allerdings nicht zustande. Grund hierfür waren neben dem hohen Verkaufspreis vor allem technische Schwierigkeiten, denn die serienmäßige Antriebstechnik war der hohen Leistung des Motors nicht gewachsen. Zudem endete 1977 die Produktion von Montreal-Motoren. Heute wird angenommen, dass nicht mehr als drei Reiff-Coupés entstanden, von denen nur noch eines existiert.
Besonderheiten
Der Alfa Romeo GTV ist heute ein gesuchter Young- bzw. Oldtimer und gilt bei seinen Fans als eines der letzten Sportcoupés der alten Schule. Diese Fahrzeuge waren geprägt durch ihre Eigenheiten, die man heute als Qualitätsmängel einstufen würde und die ein Fahrzeug in heutiger Zeit unverkäuflich machen würden.
So hatte der Alfetta GT oder GTV in den 4-Zylinder-Versionen bedingt durch seine beiden Doppelvergaser zwar eine entsprechende Leistung, der Kaltstart stellte jedoch einen ungeübten Fahrer vor gewisse Schwierigkeiten. Wurde der Motor erfolgreich gestartet, outete sich der Unerfahrene spätestens beim Einlegen des ersten Ganges, der sich im Stand nicht ohne Getriebegeräusche aus dem schnell verschleißenden Getriebe direkt einlegen ließ. Für den erfahrenen „Alfista“ war es eine Selbstverständlichkeit im Stand bei laufendem Motor nach Treten der Kupplung zuerst den zweiten Gang einzulegen, um danach bei weiterhin getretenem Pedal den Schalthebel in den Ersten zu schieben.
