Ferrari Dino

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Ferrari Dino oder nur Dino ist die Bezeichnung einer ganzen Reihe von fast ausnahmslos mit V6-Motor ausgerüsteten Sport- und Sportrennwagen des italienischen Automobilherstellers Ferrari.
Geschichte
Die Bezeichnung „Dino“ rührt von Enzo Ferraris 1956 jung verstorbenem Sohn Alfredo, genannt „Dino“ (Kurzform der Verkleinerungsform Alfredino) her, dessen von ihm konzipierter V6-Motor in den späten 1950er-Jahren in Rennwagen der Formel 1 und der Formel 2 und ab den späten 1960er-Jahren in Seriensportwagen verwendet wurde.
Der ursprüngliche, in den Formel-Rennwagen verwendete Entwurf des V6-Dino Motors aus der Hand von Vittorio Jano wies einen Gabelwinkel von 65°, zwei obenliegende Nockenwellen je Zylinderbank, Doppelzündung und eine Trockensumpfschmierung auf. In den Sportrennwagen kam eine einfachere Version mit 60° Gabelwinkel, einer obenliegenden Nockenwelle je Bank, Einfachzündung und Nasssumpfschmierung zum Einsatz. Die ab 1965 verwendeten Dino-V6 waren von Franco Rocchi konstruiert, wiesen wieder einen Gabelwinkel von 65°, zwei obenliegende Nockenwellen und Doppelzündung auf und wurden sowohl in den späteren Formel 2-Modellen Ferraris als auch, in abgewandelter Form, in den Dino-Serienmodellen von Ferrari und Fiat und später im Lancia Stratos verwendet.´
Um auch unterhalb der klassischen V12-Sportwagen präsent zu sein, wurde mit dem Mittelmotor-Prototypen bzw. Sportwagen Ferrari Dino 206 insbesondere in der Klasse bis zwei Liter Hubraum die Herausforderung vom Porsche 904 in der Sportwagen-Weltmeisterschaft angenommen. Dazu gehörten Mitte der 1960er Jahre auch Bergrennen oder die winklige Targa Florio, die der Ferrari Dino 246SP 1961 und 1962 gewonnen hatte. Auch beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring waren die kleinen V6 oft besser als ihre großen V12-Brüder.
Ab 1967 wurden in der neuen Formel-2-Europameisterschaft 1600-Kubik-Motoren zugelassen, sofern davon mindestens 500 verkauft worden waren (Homologation). Um die geforderten Stückzahlen des Motors zu verkaufen musste Ferrari neue Wege gehen. Man kooperierte mit Fiat, daraus resultierte zuerst der Fiat Dino, in dem der V6 konventionell unter der Fronthaube zum Einsatz kam. Eine Kleinserie von 50 Rennsportwagen des Typs Dino 206S war vorgesehen, um als Sportwagen homologiert zu werden, die erforderliche Stückzahl wurde jedoch auch 1967 nicht annähernd erreicht.
Lange bevor Ferrari den V12 hinter den Sitzen der Serienfahrzeuge platzierte baute man den V6 als Mittelmotor auch in Seriensportwagen. Diesem relativ preiswerten Wagen wollte man allerdings weder den guten Namen Ferrari noch das Cavallino rampante zugestehen. Die neue Marke Dino wurde eingeführt, zuerst nur mit dem Dino 206. Ab 1969 kam der größere Dino 246, auch mit dem berühmten V6, der später zudem die italienische Design- und Rallye-Ikone Lancia Stratos antrieb. Der Dino 246 GT war 1970 als Fahrzeug von Danny Wilde (Tony Curtis) ein Star der TV-Serie Die 2.
Nach einem Modellwechsel wurden die nun kantig geformten, mit Achtzylinder-Motoren bestückten Dino 208 GT 4 und Dino 308 GT 4 angeboten. Der Dino 308 GT 4 wurde im Laufe der Jahre zum tatsächlichen Ferrari „geadelt“ (Ferrari Dino 308 GT 4) und war der Vorläufer des bis in die 1980er-Jahre meistgebauten Ferrari, des Ferrari 308, in seiner Ausführung als 308 GTS unter anderem bekannt aus der US-TV-Serie Magnum.
Die kleinere Version wurde samt der Marke Dino aufgegeben. Im Nachhinein betrachtet hat der Dino, obwohl nicht als Ferrari anerkannt, die Marke gerettet, denn die größten Umsätze wurden mit den vom Dino abstammenden V8-Fahrzeugen gemacht. Von der Baureihe Dino 246 GT selbst wurden zwischen 1969 und 1974 2487 Exemplare gebaut.
