Fiat Panda I

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Der Fiat Panda ist ein Kleinstwagen von Fiat, dessen erste Baureihe von Frühjahr 1980 bis Herbst 2003 über vier Millionen mal gebaut wurde. Er zählt damit zu den erfolgreichsten Modellen der Marke.
Das von seinem Designer Giorgio Giugiaro als „Haushaltsgerät auf Rädern“ charakterisierte Auto fiel durch seine kantige, glattflächige Form auf – auch die Fensterscheiben waren plan. Durch dieses Design und eine spartanische Innenausstattung konnte der Panda besonders preisgünstig hergestellt und angeboten werden (im Jahr 2000 in Italien für etwa 5.000 Euro), z. B. erinnerten die Sitze aus bespannten Stahlrohrrahmen (erste Baureihe und spätere Basismodelle) an Campingmöbel.
Ende 1996 nahm Fiat den Panda von den europäischen Märkten (außer in der Heimat), was auf die verschärften Abgasnormen und Sicherheitsvorschriften zurückgeführt wurde.
Mit seiner minimalistischen, funktional orientierten Konzeption steht der Panda in der Tradition von Citroën 2CV und Renault 4. Wie diese war er nicht nur ein ‚Volkswagen‘, sondern sein Besitz galt vielen auch als Ausdruck einer nonkonformistischen und konsumkritischen Lebenshaltung, die auf Statussymbole keinen Wert legt oder sie ablehnt. Das betonte auch eine sehr populäre Panda-Werbekampagne in Deutschland („Fiat Panda – die tolle Kiste“), die Alltagstauglichkeit, Ökonomie und Ökologie in den Vordergrund stellte.
echnische Daten und Antrieb
Der knapp 700 kg schwere Panda wurde ab März 1980 ausschließlich als Zweitürer mit großer Heckklappe angeboten (Typbezeichnung: 141). Auf Wunsch war ein doppeltes Faltdach erhältlich. Drei Motorisierungen standen zur Auswahl; die kleinste Version war ein luftgekühlter Parallel-Twin mit 650 cm³ und einer Leistung von 30 PS (22 kW) aus dem Fiat 126. Zudem gab es wassergekühlten Vierzylinder mit 847/903 cm³ und einer Leistung von 34/45 PS (25/33 kW), die noch aus dem Modell Fiat 850 stammten.
Ab 1986 baute Fiat den Panda mit sogenannten „FIRE-Motoren“ (für: Fully Integrated Robotized Engine). Diese wurden vollständig robotergesteuert bearbeitet und montiert. Sie haben weniger bewegte Teile als der ältere OHV-Motor, eine zahnriemengetriebene obenliegende Nockenwelle und eine fünffach gelagerte Kurbelwelle. Alle FIRE-Motoren im Fiat Panda sind 8-Ventiler mit 769/999/1108 cm³ Hubraum und 34/44+45/50+55 PS (25/32+33/37+40 kW). Zur Gemischaufbereitung verwendete Fiat zuerst ausschließlich Weber-Einfachvergaser; ab Einführung des Katalysators wurde ab 1987 die Bosch-Mono-Jetronic und ab 1993 eine Weber SPI verbaut.
Ein Novum stellte der Panda Selecta dar. Anstelle des inzwischen serienmäßigen 5-Gang-Getriebes wurde ein stufenloses Getriebe (ECVT) mit Schubgliederband und Magnetpulverkupplung eingesetzt. Das ECVT-Getriebe basiert auf der DAF Variomatic; es wurde von Fiat weiterentwickelt und bei Fuji Heavy Industries produziert. Zwischen 1986 und 1992 gab es den Panda als Version "D" mit einem aus dem Fiat Uno stammenden 1301 cm³ Dieselmotor, der 37 PS (27 kW) hatte.
Unterschiede der beiden Serien
Die erste Reihe des Fiat Panda wurde von März 1980 bis Januar 1986 gebaut ("MK1"). Zu ihr zählen Panda 30, Panda 34, Panda 45 sowie die ersten Allradversionen Panda 4x4.
Im Januar 1986 wurde der Panda mit dem neuen Fire-Motor ausgestattet und einem umfangreichen Überarbeitung unterzogen. Der Blech-Kühlergrill wurde durch einen aus Kunststoff ersetzt und das hintere Nummernschild war nun nicht mehr auf der Heckklappe angebracht, sondern in die Stoßstange integriert. Zudem wurde eine zusätzlichen Variante als Panda Van angeboten, der eine Art Kleinsttransporter darstellte.
Die Federung der Hinterachse wurde nicht mehr durch Blattfedern, sondern durch eine sogenannte Omega-Achse realisiert, wodurch der Endschalldämpfer bei den neueren Modellen hinter statt vor der Hinterachse sitzt. Auch das Interieur erhielt 1986 ein Facelift, ein weiteres erfolgte im Frühjahr 1991.
Die Reihe nach der Umgestaltung im Jahr 1986 ("MK2") umfasste zunächst nur Panda 750 (769 cm³) und Panda 1000 (999 cm³). Später wurde das Fahrzeug mit den Motorisierungen 900 (kein Fire-Motor) und 1100 (1108 cm³) angeboten.
Sonstiges
Von Juni 1983 an wurde ein geländegängiger Panda 4x4 mit zuschaltbarem Allradantrieb angeboten, der auch an der Rallye Paris-Dakar teilnahm. Der Allradantrieb wurde von Steyr Puch in Graz entwickelt, das komplette Auto wurde in Österreich montiert. Der Motor des rund 850 kg schweren Wagens hatte 948 cm³ und 48 PS. Ab 1986 wurde der „FIRE-Motor“ mit 999 cm³ und 45 PS oder 50 PS, ab 1991 die 1108-cm³-Maschine mit 50 PS (37 KW), später mit 54 PS (40 KW) eingebaut.
Im Jahr 1990 wurde der Panda Elettra vorgestellt. Bei diesem Modell handelte es sich um ein ökologisches Fahrzeug mit Elektromotor. Sein größtes Problem aber waren die schweren Batterien, die das Gewicht auf bis zu 1.150 kg anhoben. Von der Elettra-Serie, die in geringer Stückzahl meist von italienischen Kommunen eingesetzt wurde, gab es neben dem Panda noch den Fiat Seicento und den Fiat Ducato.
In Spanien wurde der Fiat Panda von Herbst 1980 bis Spätsommer 1985 von der damaligen Konzerntochter Seat unter der Bezeichnung Seat Panda gebaut. Die Fahrzeuge waren nahezu identisch. Ab Herbst 1985 baute Seat den ursprünglichen Panda in optisch leicht veränderter Form als Seat Marbella bis zum Jahresende 1998 weiter.
