Fiat Ritmo

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Der Fiat Ritmo ist ein von Herbst 1978 bis Ende 1988 gebautes Fahrzeug der Kompaktklasse von Fiat.
Sein recht ungewöhnliches Design im Frontbereich der Karosserie mit einem bis in den Bereich zwischen den Scheinwerfern verlaufenden Kunststoffstoßfänger war zum Zeitpunkt seiner Vorstellung gewöhnungsbedürftig und sorgte für Diskussionen, besonders in der ersten Version bis Herbst 1982.
Der Ritmo galt als Konkurrenzmodell des VW Golf, war aber in den ersten Produktionsjahren mit zahlreichen Verarbeitungsmängeln behaftet. Wie bei den meisten Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre hergestellten Fahrzeugen war der Rostschutz mangelhaft. Zusammen mit dem daraus resultierenden hohen Wertverlust führten diese Rostprobleme oft zu einer Gesamtnutzungsdauer des Fahrzeugs von deutlich unter zehn Jahren. Aus dieser Zeit stammt auch die „deutsche“ Deutung für Ritmo: Rost in Turin montiert. Heute ist der Ritmo fast völlig aus dem Straßenbild verschwunden.
Seit 2008 wird der Name Ritmo wieder für ein Auto des Fiat Konzerns verwendet. In Australien wird der Fiat Bravo als Fiat Ritmo angeboten. Grund dafür ist, dass in dieser Region ein anderer Hersteller ebenfalls ein Auto im Programm hat, das Bravo heißt.
Modellgeschichte
Die Einführung des Ritmo fand im Oktober 1978 statt. Merkmale sind die große Plastik-Frontschürze und die Plastik-Heckschürze mit schmalen Rückleuchten („Schutzschilde“). Im Laufe der ersten Serie wurden die Kunststoffteile im Innenraum zweifarbig abgesetzt, um die Plastikanteile nicht so trist wirken zu lassen.
Anfang 1981 erhielten sämtliche Modelle umgestaltete Außenspiegel, ebenso wie das bisher an der Motorhaube angebrachte Fiat-Zeichen, dem „Lorbeerkranz“, welcher nun in der Mitte des vorderen Schutzschildes angebracht war. Die letzten Targa Oro-Modelle erhielten ebenfalls diese Änderung.
Ende 1981 erschein als dritte Karosserievariante noch das von Bertone entworfene und gebaute Cabriolet. Es besaß ähnlich wie das Golf I Cabrio ein Stoffdach mit einem Überrollbügel.
Modellpflege
Im November 1982 erhielt der Ritmo eine modifizierte Front mit Doppelscheinwerfern und fünf schrägen Chromstahl-Stäben, große Heckleuchten, andere Stoßfänger. Ursprünglich gab es nur die „Normal“- sowie die „S“-Version, mit dem Erscheinen der „L“-Ausstattung (erkennbar an Einfachscheinwerfern) gab es dann wieder auch einen CL.
Gleichzeitig wurde der vorher unter dem Kofferraum angebrachte Kraftstofftank unter die Rücksitzbank versetzt und die Karosseriestruktur punktuell verstärkt. Durch diese Massnahmen wurde die passive Sicherheit verbessert. Der Tankeinfüllstutzen wanderte in den Bereich oberhalb des rechten Hinterrades und wurde nun mit einem karosseriebündigen Deckel versehen.
Im Sommer 1985 gab es ein weiteres Facelift. Die Fünftürer erhielten eckige Türgriffe, das hintere Kennzeichen wurde in den Stoßfänger integriert, das Design des Kühlergrills wurde geändert und die Ausstattung aufgewertet. Als Weiteres kam eine 100 PS-Variante dazu.
Aufgrund der damals aufkommenden Katalysator-Pflicht und den damit verbundenen Zulassungsbestimmungen gab es für verschiedene Länder manche Ausführungen nicht zu kaufen. In Deutschland wurde der Ritmo 75 mit einer niedrig verdichteten 1,5-l-Maschine mit 75 PS, die für bleifreies Normalbenzin geeignet war und mit einem ungeregeltem Katalysator von Cromodora ausgerüstet war, als eines der ersten Katalysatorfahrzeuge überhaupt angeboten. Diese U-Kat-Modelle waren nur kurze Zeit (1986 bis 1987) erhältlich, die Gemischaufbereitung erfolgte noch per Vergaser (mit Choke). Anschließend gab es den Ritmo mit geregeltem US-Katalysator und Einspritzanlage als Ritmo 75 i.e.
In Österreich war eine Zeit lang nur der 70 PS Benziner sowie der Turbodiesel erhältlich.
Zum Frühsommer 1987 wurde die Fertigung des Ritmo Cabrio eingestellt. Es erhielt keinen Nachfolger. Erst Anfang 1994 sollte mit der offenen Version des Punto wieder ein kompaktes Cabrio von Fiat erhältlich sein.
Die Produktion der drei- sowie fünftürigen Varianten des Fiat Ritmo wurde im November 1988 beendet. Seine Nachfolge trat der konservativer gestaltete Fiat Tipo an, der zudem auch den Titel zum Auto des Jahres 1989 gewann.
