Fiat Tipo

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Der Fiat Tipo war ein Kompaktklasse-Wagen, der von Fiat für den europäischen Markt zwischen Mitte 1988 und Spätsommer 1995 als Nachfolger des Fiat Ritmo produziert wurde. Wegen des Raumangebots (max. Kofferraum bei umgeklappter Rücksitzbank 1.100 l, gesamter Innenraum 3.700 l) und der damals innovativen Ideen wurde er zum Auto des Jahres 1989 gekürt. Vom Tipo gab es wie beim Ritmo eine Stufenheck- sowie Kombivariante, die hier den Namen Tempra trug.
Aus den Problemen mit Korrosion bei früheren Modellen hatte Fiat gelernt und verkaufte den Tipo mit einer teilverzinkten Karosserie in Serie. So waren insgesamt 23 m² des Fahrzeugblechs verzinkt. Die Heckklappe bestand aus GfK, allerdings nicht aus Gründen der Rostvorsorge, sondern auf Grund der extravaganten Form, die seinerzeit nicht aus Blech verwirklicht werden konnte.
Des Weiteren begründete Fiat mit dem Tipo eine neue Strategie im Konzern. So teilt sich der Tipo mit diversen Schwestermodellen annähernd dieselbe Bodengruppe. Je nach Modell und Motorisierung kam in folgenden Fahrzeugen die gleiche oder eine im Detail überarbeitete Bodengruppe zum Einsatz:
Tempra, Coupe, Bravo, Brava, Marea, Lancia Delta II und Dedra sowie Alfa Romeo 145, 146, 155, Spider und GTV. Des Weiteren wurde diese Bodengruppe, wiederum weiterentwickelt, im Alfa Romeo 147/156/GT verwendet.
Dieses System hat sich bis heute durchgesetzt und fand auch in anderen Baureihen Verwendung, wie z. B. im alten Fiat Croma zusammen mit Alfa Romeo 164, Lancia Thema und Saab 9000.
Angeboten wurde der Tipo mit diversen Motoren ausgestattet - wobei die Leistung von 40 kW (55 PS) im 1,1-l-Motor bis zum Tipo Sport mit 107 kW (146 PS) aus dem 2,0-l-16V-Motor reichte. Ebenso gab es verschiedene Dieselmotoren im Angebot, so zwei Turbodiesel-Motoren mit jeweils 1,9 l Hubraum und Leistungen von 59 kW (80 PS) und 66 kW (90 PS), die teilweise schon die Euro2-Norm erfüllten, sowie ein Saugdiesel mit 1,9 l Hubraum und einer Leistung von 48 kW (65 PS). Des Weiteren wurden die beiden 2,0 l-Maschinen, sowie der 1,8-l-16V mit zwei gegenläufgigen Ausgleichswellen ausgestattet, um an die Laufkultur eines Sechszylinders heranzureichen. Einige Motorvarianten waren in Deutschland nicht erhältlich und wurden nur für den ausländischen Markt produziert (wie zum Beispiel der 1,1-l-FIRE-Motor).
Die Motorisierung 1,4 l konnte mit einem CVT-Getriebe (Verkaufsbezeichnung „Selecta“), sowie der 2,0 l 8V 83 kW mit einem 4-Stufen-Automatikgetriebe geordert werden.
Im Laufe seiner Bauzeit wurde der Wagen im Detail überarbeitet. So kam Anfang 1993 ein modifizierter Tipo u. a. mit überarbeiter Front, Armaturenbrett und Türverkleidungen, mech. Fahrerairbag und Gurtstraffer, sowie Verbesserungen in der Karosseriefestigkeit bei Unfällen auf den Markt, mit der nun neben der fünftürigen eine dreitürige Variante des Tipo erhältlich war.
Für den überarbeiteten Tipo wurden aufgrund der neuen Abgasnorm die 1,4-, 1,6-, 1,8- und 2,0-l-16V-Maschinen in Sachen Einspritz- und Zündanlage verbessert. Mit der Modellpflege fiel auch der digitale Tacho weg.
Im Oktober 1995 wurde der Tipo durch den Fiat Bravo und Fiat Brava abgelöst, wurde jedoch im Ausland bis mindestens 1999 (wie z. B. in der Türkei und Brasilien) weiterhin produziert.
